4 Zweite Lektion
4-1Die Säulen des ʼIslām
Die Erläuterung der fünf Säulen des ʼIslām: Die erste und wichtigste ist das Bekenntnis, dass es keinen Gott außer Aḷḷāh gibt und dass Muḥammad r der Gesandte Aḷḷāhs ist. Dabei müssen Bedeutung und Bedingungen dieses Bekenntnisses verstanden werden:
„Es gibt keinen Gott“ bedeutet, zu wissen, dass alles was jemals außer Aḷḷāh angebetet wird, falsch ist.
„Außer Aḷḷāh“: bestätigt im Gegenzug die Anbetung Aḷḷāhs als den Einen, Einzigen, ohne Ihm jemanden oder etwas beizugesellen.
Die Bedingungen für das Glaubensbekenntnis sind folgende:
- Ein Wissen, das Unwissen ausschließt.
- Eine Gewissheit, die Zweifel ausschließt.
- Eine Aufrichtigkeit, die Beigesellung ausschließt.
- Eine Wahrhaftigkeit, die Lügen ausschließt.
- Eine Liebe, die Hass ausschließt.
- Ein Gehorsam, der Ungehorsam ausschließt.
- Eine Annahme, die Ablehnung ausschließt.
- Strikte Negierung von allem, was außer Aḷḷāh angebetet wird.
Diese Bedingungen sind in folgenden Versen zusammengefasst:
Wissen und Gewissheit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit
zusammen mit Hingabe,
Liebe und Annahme.
Und als Achtes dazu gehört
die überzeugte Ablehnung,
dass irgendwelche Anbetung
etwas anderem als Aḷḷāh gebührt
Und man muss bestätigen, dass Muḥammad r Aḷḷāhs Gesandter ist. Dieses Bekenntnis bedeutet, an das, was er mitgeteilt hat, zu glauben, zu tun, was er gebot, zu meiden, was er verbot oder missbilligte und Aḷḷāh so anzubeten, wie der Prophet r es lehrte.
Dann werden dem Studierenden die anderen Säulen des ʼIslām erläutert, nämlich: das Gebet, die Pflichtabgabe (Zakāh), das Fasten im Monat Ramaḍān, die Pilgerfahrt nach Mekka, wenn man sie sich finanziell und gesundheitlich leisten kann.
4-2Die Säulen des Glaubensbekenntnisses






4-3Kurzbiographie des Propheten




5 Dritte Lektion
Die Säulen des Glaubens sind sechs, nämlich, dass man an Aḷḷāh, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an den Tag des Jüngsten Gerichts glaubt, sowie an Aḷḷāhs U Vorherbestimmung, sei sie gut oder schlecht.
5-1 Die Definition des Glaubens im islamischen Recht
Er besteht aus der verbalen Bestätigung, dem Glauben im Herzen und der körperlichen Umsetzung. Der Glaube vermehrt sich durch Gehorsam und verringert sich durch Sünden. Folgende Zitate belegen dies:


5-2 Wege zur Vermehrung des Glaubens

5-3 Gründe für Minderung des Glaubens

5-4 Die sechs Säulen des Glaubens

5-4-1 Die erste Säule: Der Glaube an Aḷḷāh, beinhaltend:

5-4-2 Die zweite Säule: Der Glaube an die Engel
Die Engel gehören zu einer uns verborgenen Welt. Aḷḷāh erschuf sie aus Licht; sie gehorchen Seinen Geboten und widersetzen
sich Ihm nie. Sie verfügen über:
Seele bzw. Geist: „Und Wir gaben ʽĪsā, dem Sohn Maryams, die klaren Beweise und stärkten ihn mit der reinen Seele (Gabriel).“ (2:87)
Körper: „Der die Engel zu Gesandten gemacht hat mit Flügeln, (je) zwei, drei und vier! Er fügt der Schöpfung hinzu, was Er will“ (35:1)
Verstand und Herzen: „Wenn dann der Schrecken von ihren Herzen genommen ist, sagen sie: „Was hat euer Herr gesagt?“ (34:23).
Wir glauben an sie, an die Namen, die Aḷḷāh uns über sie mitgeteilt hat – wie Ǧibrīl, Mīkāʼīl und Isrāfīl –, an ihre Eigenschaften – „die sich Aḷḷāh nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird“ (66:6) – und dass sie bestimmte Aufgaben erfüllen.
U. a. wurde uns über die Engel Folgendes mitgeteilt:
Zu ihnen gehören die acht Träger von Aḷḷāhs Thron, weiterhin Ǧibrīl, dem die Offenbarung obliegt und Mīkāʼīl, dem der Regen obliegt..., wir glauben an sie alle und an alles, was uns über sie mitgeteilt wurde, insgesamt und im Einzelnen.
5-4-3 Die dritte Säule: Der Glaube an die heiligen Schriften
Wir müssen daran glauben, dass sie Gottes Wort sind, und zwar im eigentlichen und nicht im übertragenen Sinn, und dass sie herabgesandt wurden und nicht erschaffen sind. Ebenso müssen wir daran glauben, dass Aḷḷāh jedem Gesandten eine heilige Schrift offenbart hat. Wir glauben an diese Schriften, an ihre Namen, Berichte und an die Urteile, die Aḷḷāh uns darin übermittelte, und zwar im Ganzen und im Einzelnen, solange sienicht abrogiert wurden. Weiterhin glauben wir, dass durch den Qurʼān alle vorherigen heiligen Schriften abrogiert wurden, nämlich die Thora, das Evangelium, die Psalmen und die Schriften von Ibrāhīm und Mūsā p.
5-4-4 Die vierte Säule: Der Glaube an die Gesandten
Wir müssen daran glauben, dass sie Menschen waren. Sie besaßen keine göttlichen Eigenschaften, vielmehr waren sie Diener (Aḷḷāhs), und so dürfen sie keinesfalls angebetet werden. Wir glauben, dass Aḷḷāh sie sandte, ihnen Schriften offenbarte und sie mit besonderen Zeichen unterstützte. Sie haben alle ihre Aufgabe erfüllt, ihre Gemeinschaften belehrt, ihre Botschaften ausgerichtet und sich auf beste Weise auf Aḷḷāhs Weg bemüht.
Wir glauben insgesamt und in allen Einzelheiten an sie und an alles, was Aḷḷāh uns über sie mitgeteilt hat: Namen, Eigenschaften und Lebensereignisse. Wir glauben auch daran, dass Ādam n der erste Prophet, Nūḥ n der erste Gesandte und unser Prophet Muḥammad r der letzte Prophet und Gesandte war. Weiterhin glauben wir daran, dass alle vorigen Religionen durch den ʼIslām abrogiert wurden und es fünf „Gesandte mit fester Entschlossenheit“ gab, die in den Suren aš-Šurā (42) und al-ʼAḥzāb (33) erwähnt werden, nämlich Muḥammad, Nūḥ, Ibrāhīm, Mūsā und ʽĪsā.
5-4-5 Die fünfte Säule: Der Glaube an den letzten Tag
Dieser umfasst den Glauben an alles, was der Prophet r über die Geschehnisse nach dem Tod mitgeteilt hat, wie die Prüfung im Grab, das Blasen ins Horn, die Auferstehung der Menschen aus ihren Gräbern, die Waagen, die Bücher (mit den Taten), den Weg über die Hölle (aṣ-ṣirāṭ), das Becken, aus dem der Prophet denrechtschaffenen Muslimen zu trinken geben wird, seine Fürsprache für seine Gemeinschaft, das Paradies, das Höllenfeuer, und dass die Gläubigen ihren Herrn am Tag der Auferstehung und im Paradies zu sehen bekommen, sowie weiteres verborgenes Geschehen.
5-4-6 Die sechste Säule: Der Glaube an die Vorherbestimmung, sei sie gut oder schlecht
Dieser umfasst vier Stufen, die ein Dichter in folgendem Vers[1] zusammenfasste:
Das Das Wissen, dessen Aufschreiben, das Schreiben unseres durch unseren Schutzherrn Herrn, und Sein Wille und Seine Schöpfung, nämlich und das ist das In-Die-Existenz-Rufen durch: „Sei!“

[1] Aus dem Arabischen übersetzt: علمٌ كتابة مولانا مشيئته ………وخلقه وهو إيجادٌ وتكوين

6 Vierte Lektion
6-1 Arten und Bestandteile des Glaubens an die Einzigkeit Aḷḷāhs (Tauḥīd)
Im Folgenden werden die Bestandteile des Tauḥīd erläutert. Es sind drei: Der Glaube an Seine Einzigkeit in Seiner Herrschaft (Rubūbiyyah), an Seine Einzigkeit in Seiner Göttlichkeit (ʼUlūhiyyah) und an Seine Einzigkeit in Seinen Namen und Eigenschaften.
Was die Rubūbiyyah angeht, so bedeutet es, zu glauben, dass einzig Aḷḷāh U Schöpfer und Sachwalter von ALLEM ist, d. h., dass Ihm nichts und niemand beigesellt werden darf.
Was die ʼUlūhiyyah betrifft, so gilt es, zu glauben, dass es einzig und allein Aḷḷāh U zusteht, angebetet zu werden, ohne Teilhaber. Dies ist ja der Inhalt des Glaubensbekenntnisses: „Es gibt keinen Gott außer Aḷḷāh“: Niemand außer Ihm hat Anrecht auf Anbetung. Deshalb haben wir uns bei allen religiösen Pflichten und Diensten – wie bspw. Gebet und Fasten – einzig und allein Aḷḷāh zuzuwenden und niemand anderem etwas davon zu widmen.
Der Glaube an Aḷḷāhs Einzigkeit in Namen und Eigenschaften schließlich bedeutet, an alle Namen und Eigenschaften Aḷḷāhs, die im edlen Qurʼān und in den authentisch überlieferten Aussagen des Propheten vorkommen, zu glauben, sie einzig Aḷḷāh zuzuschreiben, wie es Ihm gebührt, ohne etwas davon zu ändern, ungültig zu erklären, das Wie zu beschreiben oder mit Geschaffenem gleichzusetzen. Auf diese Weise setzt man folgende Worte Aḷḷāhs U um: „Sag: Er ist Aḷḷāh, ein Einer, ¯ Aḷḷāh, der Überlegen. ¯ Er hat nicht gezeugt und ist nicht gezeugt worden, ¯ und niemand ist Ihm jemals gleich“ (112:1-4) und „Nichts ist Ihm gleich“ (42:11).
Nach einigen Gelehrten besteht der Glaube an die Einzigkeit Aḷḷāhs nur aus zwei Teilen, weil sie den Glauben an die Einzigkeit der Namen und Eigenschaften dem Glauben an Seine Göttlichkeit unterordnen. Dies bestreiten wir nicht, ist doch die Absicht bei beiden Ansichten dieselbe.
6-2 Beigesellung (Širk)
Der Širk – das bedeutet, Aḷḷāh Teilhaber zur Seite zu stellen – besteht aus drei Arten: dem großen, dem kleinen und dem verborgenen Širk .
6-2-1 Die große Beigesellung (širk akbar)
Die große Beigesellung (širk akbar) bewirkt, dass alle Taten hinfällig werden und der Beigeseller für ewig im Höllenfeuer verweilen wird, wenn er bei diesem falschen Glauben stirbt. Aḷḷāh U sagt: „Wenn sie (Ihm) aber (andere) beigesellt hätten, wäre für sie wahrlich hinfällig geworden, was sie zu tun pflegten“ (6:88) und „Es steht den Götzendienern nicht zu, Aḷḷāhs Gebetsstätten zu bevölkern, wo sie gegen sich selbst Zeugnis ablegen durch den Unglauben. Deren Werke werden hinfällig, und im (Höllen)feuer werden sie ewig bleiben“ (9:17). Wer als Beigeseller stirbt, dem wird nicht vergeben und das Paradies ist ihm verboten, denn: „Aḷḷāh vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Aḷḷāh (etwas) beigesellt, der hat fürwahr eine gewaltige Sünde ersonnen“ (4:48) und „Wer Aḷḷāh (etwas) beigesellt, dem verbietet fürwahr Aḷḷāh das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein. Die Ungerechten werden keine Helfer haben“ (5:72).
Zum großen Širk gehört beispielsweise, Bittgebete an Tote oder Götzen zu richten, sie um Hilfe zu bitten, um ihretwillen Gelübde abzulegen oder ihnen Schlachtopfer zu erbringen u. Ä.
6-2-2 Die kleine Beigesellung (Širk aṣġar)
Was die kleine Beigesellung (Širk aṣġar) angeht, so fällt darunter jede Tat, die im Qurʼān oder in den Aussprüchen des Propheten als solche bezeichnet wird. Beispiele: Augendienerei in manchen Taten, das Schwören bei etwas anderem als bei Aḷḷāh, aber auch, zu sagen: „Was Aḷḷāh und was Soundso will“ u. Ä.
Das beweist die Aussage des Propheten r: „Was ich am meisten für euch fürchte, ist der kleine Širk“. Als er danach gefragt wurde, sagte er: „ar-Riyāʼ (Augendienerei)“, berichtet von Maḥmūd Ibn Lubayd.
Ebenso sagte der Prophet r: „Wer bei etwas anderem außer bei Aḷḷāh schwört, hat Aḷḷāh etwas beigesellt“.
Weiterhin sagte der Prophet r: „Sagt nicht, was Aḷḷāh und Soundso wollte, sondern sagt: Was Aḷḷāh wollte und was daraufhin Soundso wollte“, überliefert von Abū Dāwūd mit einer ununterbrochenen Überlieferungskette, berichtet von Ḥuḏayfah Ibn al-Yamān h.
Diese Art der Beigesellung bedeutet nicht, dass ihr Urheber vom Glauben abgefallen ist, noch, dass er zu ewigem Höllenfeuer verurteilt wird. Allerdings ist sie etwas, was dem geforderten vollkommenen Glauben an die Einzigkeit Aḷḷāhs widerspricht.
6-2-3 Die verborgene Beigesellung (Širk ḫafyy)
Bei der dritten Art der Beigesellung handelt es sich um den verborgenen Širk (ḫafyy), auf den sich folgende Aussage des Propheten r bezieht: „Soll ich euch nicht über das informieren, was ich für euch mehr fürchte als den Masīḥ-ad-Daǧǧāl (den falschen Messias)?“ Wir (die Gefährten) sagten „Ja“! Er sagte: „Es ist die versteckte Beigesellung. Ein Mensch steht im Gebet,
und verschönert es, weil er sieht, dass die Leute ihm zusehen!“, berichtet von Abū Saʽīd al-Ḫudriyy.
Man kann die Beigesellung auch in nur zwei Arten einteilen: große und kleine. Was die verborgene Beigesellung betrifft, so ist sie in beiden Arten zu finden.
Verborgene große Beigesellung begehen beispielsweise die Heuchler, denn sie verbergen ihren falschen Glauben und geben sich als Muslime aus, und zwar aus Augendienerei oder aus Furcht um ihr Leben.
Auch eine kleine Beigesellung kann verborgen sein, so z. B. die Augendienerei selbst, wie in den oben angeführten Ḥadīṯen von Maḥmūd Ibn Lubayd al-ʼAnṣāriyy und Abū Saʽīd al-Ḫudriyy zu erkennen ist. Möge Aḷḷāh uns zum Erfolg rechtleiten!
6-3 Arten von verbotenen Taten


6-3-1 Die großen Sünden


6-3-2 Unterschied zwischen großem und kleinem Širk


7 Fünfte Lektion: die Güte (Iḥsān)
7-1 Die Säule des Iḥsān
[Der Prophet r sagte]: „Es ist ein Zustand, als ob du Aḷḷāh sähest, und wenn du ihn auch nicht siehst, so sieht Er doch dich.“
Iḥsān ist eine separate Säule mit zwei Stufen:
